Neuer Geschäftsbereich für Haus5

Gut ein Jahr einer umfassenden Planungs- und Bauphase sind vergangen bis der neue Haus5-Geschäftsbereich Betriebs- und Gemeinschaftsverpflegung in neuen Räumlichkeiten in Betrieb gehen konnte. Mit einer Eröffnungsfeier Anfang September wurde das Projekt nun offiziell auf dem Gelände des Gesundheitszentrums St. Pauli vorgestellt.

Haus5-Geschäftsführer Dieter Sanlier spricht zu den geladenen Gästen über das Projekt Gemeinschaftsverpflegung

Haus5-Geschäftsführer Dieter Sanlier spricht zu den geladenen Gästen über das Projekt Gemeinschaftsverpflegung

„Die vorbereitenden Arbeiten haben doch mehr Zeit in Anspruch genommen, als wir zu Beginn vermuten konnten – desto schöner ist es nun, dass wir mit der Arbeit beginnen können.“ Mit diesen Worten eröffnete Haus5 Geschäftsführer Dieter Sanlier vor geladenen Gästen die Feier zum offiziellen Start des neuen Geschäftsbereichs der Betriebs- und Gemeinschaftsverpflegung, die Anfang September im Restaurant Haus5 stattfand. Die beiden Haus5-Geschäftsführer, Dieter Sanlier und Rainer Kindt, begrüßten die Gäste und die an dem Projekt beteiligten Förderer, gaben einen Einblick in die Planungsprozesse und Bauabschnitte des neuen Gewerkes und konnten auch bereits über Erfahrungen aus der jüngst angelaufenen Produktion berichten.

Bereitet der Bereich Betriebsverpflegung Essen für die Behinderteneinrichtungen HH-West, wie z.B. alsterarbeit und Caritas, zu, werden im Rahmen der Gemeinschaftsverpflegung in Kooperation zwischen der Alsterfood GmbH und der Haus5 Service gGmbH das ganze Jahr über täglich 900 Essen für die Versorgung von Flüchtlingsunterkünften produziert und in dem extra für die Gemeinschaftsverpflegung installierten Vorraum mit angeschlossenem Kühllager gelagert. Am Folgetag werden die Essen dann an die Unterkünfte ausgeliefert. Dass das für die Lagerung und den Transport im sogenannten Cook and Chill vorproduzierte Essen schmeckt, konnte Bereichsleiter Ralf Asmus, der die Produktion leitet und anfangs skeptisch war, den Gästen ausdrücklich bestätigen: „Es schmeckt wirklich gut!“

Aufwendiger Planungs- und Bauprozess

Abbildung 1 Haus5-Geschäftsführer Dieter Sanlier erklärt Gästen (Hr. Dr. Färber vom Panoptikum St. Pauli, Hr. Patett) an der Schautafel einzelne Schritte im

Haus5-Geschäftsführer Dieter Sanlier gibt Gästen, hier Dr. Hajo Färber vom Panoptikum St. Pauli (mi.) und Rechtsanwalt Johannes Patett (re.), an der Schautafel Einblicke in den Planungs- und Bauablauf

Bis jedoch alles in den Betrieb gehen konnte, musste ein aufwendiger Planungs- und Bauprozess bewältigt werden. Der besondere Ort für die Gründung eines neuen Haus5-Geschäftsbereichs auf dem Gelände des ehemaligen Hafenkrankenhauses und heutigen Gesundheitszentrums St. Pauli sowie die Räumlichkeiten für den Einbau des neuen Kühllagers, das seinen Platz im alten Operationssaal des Krankenhauses finden sollte, machten das ganze Vorhaben schwierig. Zum einen musste der alte OP-Saal einer Baustatik-Prüfung unterzogen werden, um sich als tauglich für eine neue Zweckbestimmung als Kühllager zu erweisen. Zudem waren Auflagen einzuhalten, wie begrenzte Emissionswerte (Lautstärke), die noch für das ehemalige Krankenhaus gelten. Die Auftragsvergabe an Unternehmen für die Durchführung der Baumaßnahmen erfolgte schließlich über eine öffentliche Ausschreibung.

Viele andere Aspekte, die mit dem zukünftigen Betrieb der neuen Geschäftsbereiche im Zusammenhang stehen würden, waren zuvor auf ihre Verträglichkeit auch gegenüber den benachbarten Mietern des Gesundheitszentrums abzuklären, wie der vermehrte Anlieferungsverkehr von Waren auf dem Gelände oder die vermeintlich erhöhte Menge von produzierten Abfällen durch den zusätzlichen Produktionsbetrieb. Dieser Abstimmungsprozess dauerte am Ende über 8 Monate und wurde hauptsächlich mit der Steg Hamburg GmbH geführt, die Vermieterin des Gesundheitszentrums St. Pauli ist. Die anstehenden Baumaßnahmen und die Inbetriebnahme der neuen Geschäftsbereiche wurden schließlich im Juni 2016 genehmigt.
Die gesamten Kosten für die Umbaumaßnahmen betragen etwa 350.000 Euro und können zu 70 % durch Förderungen abgedeckt werden. Davon übernimmt ca. 40 % die Aktion Mensch und ca. 30 % das Integrationsamt. So liegt der Eigenanteil von Haus5 für das gesamte Projekt bei etwas über 30% der Gesamtkosten.

Ein neues Team

Besichtigung des Produktionsbereiches der Haus5-Gemeinschaftsverpflegung

Besichtigung des Produktionsbereiches der Haus5-Gemeinschaftsverpflegung

Bereits zu Planungsbeginn wurde ein breit gefächertes Personal-Auswahlverfahren implementiert, um so neue Mitarbeiter aus den verschiedenen Zielgruppen (Maßnahmeformen) gewinnen zu können. So zeitintensiv wie sich der ganze Bewerbungsprozess auch herausstellte, so sehr hat sich die Suche gelohnt. Denn aus den eingestellten 13 neuen Mitarbeitern ist mittlerweile ein eingespieltes Team gewachsen, das im 365 Tages-Schichtbetrieb die anstehenden Aufgaben der Gemeinschaftsverpflegung mit Bravour meistert.

Für ein Integrationsunternehmen wie Haus5 war es bei der Suche nach neuen Mitarbeitern ein entscheidendes Auswahlkriterium, einen Großteil der Mitarbeiter aus Menschen mit besonderen Befähigungen einzustellen. Die Hälfte der 13 neu geschaffenen Stellen konnte nach dieser Maßgabe besetzt werden.
Mit dem neuen Geschäftsbereich ebnet sich für Haus5 der Weg, sich als Integrationsunternehmen weiter wirtschaftlich abzusichern und für die Zukunft die Möglichkeit zu erhalten, das Geschäftsmodell auszuweiten. Die Eröffnungsfeier war dazu ein schöner und erfolgreicher Abschluss und Auftakt zugleich: Abschluss einer langwierigen Planungs- und Bauphase und Auftakt für einen neuen Geschäftsbereich, der mit seiner Tätigkeit gutes tut und Perspektiven eröffnet.

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